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Newsletter des Collegium Carolinum 24/2012

(16.10.2012)

Call for Papers


Das Collegium Carolinum, Forschungsstelle für die böhmischen Länder (München), das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft (Marburg) und das Zentrum für Umweltgeschichte der Universität Tallinn (Tallinn) veranstalten gemeinsam eine Konferenz zum Thema:

"Wissen über Ressourcen. Herausforderungen bei der Erkundung und Nutzung von Ressourcen in Ostmitteleuropa
im 19. und 20. Jahrhundert"

vom 18.–20. April 2013 in Marburg

 

Mit der Etablierung von Statistik, Nationalökonomie, Geographie und benachbarter Diszipli­nen seit dem 19. Jahrhundert intensivierten sich die Erkundungen und Erschließungen von Ressourcen, die für wirtschaftliche Entwicklung und Wachstum unerlässlich schienen. Dies galt nicht nur für die Kolonien westeuropäischer Staaten in Übersee, sondern auch für das jeweils eigene Staatsgebiet, dessen Potentiale und Leistungskraft erfasst und vermessen werden sollten. Die Aufmerksamkeit richtete sich nicht allein auf die zentralen ‚Treibstoffe‘ der Industrialisierung wie Kohle und Eisen, sondern ebenso auf die Potentiale der Land- und Forstwirtschaft, auf die Rohstoffe neu entstehender Industriezweige (Chemie, Elektrotechnik etc.), auf die Leistungskraft des Verkehrsnetzes und nicht zuletzt auf den Menschen und seine Arbeitskraft selbst. In den ostmitteleuropäischen Imperien bzw. in den ab 1918 ent­standenen Staaten Ostmitteleuropas waren an diesen Prozessen eine Vielzahl von Akteuren aus Staat, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft beteiligt.


Die Konferenz will sich der Erkundung und Erschließung von Ressourcen in Ostmitteleuropa aus wissens- und  umweltgeschichtlicher Richtung nähern. Sie fokussiert folgende Frage­stellungen:

1. Wissenschaftliches Wissen und Alltagswissen über Ressourcen

Welche Beziehungen oder gar Spannungen zeigen sich zwischen wissenschaftlichem Wissen über Ressourcen und tradiertem (lokalem) Wissen? Welche Beharrungskräfte weisen lokale Wissensbestände auf?

 

2. Wissen von Ökonomie und Ökologie der Ressourcen

Welche ökonomischen und ökologischen Aspekte der Erschließung und Nutzung von Ressourcen werden im wissenschaftlichen Wissen und im Alltagswissen reflektiert? Welche Hoffnungen, Probleme und Herausforderungen für die Umwelt thematisieren die Akteure? Wie erörtern sie das Verhältnis von Ökonomie und Ökologie einer Ressour­cen­nutzung? Welche Beziehung zwischen unterschiedlichen Ressourcen stellen die Akteure her?

 

3. Wissen über Ressourcen – Macht über Ressourcen

Welche politischen Ansprüche sind mit der Erkundung und Erschließung von Ressour­cen verknüpft? Welche unterschiedlichen politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Aspekte beeinflussen Forschungs- und Erkundungsvorhaben? Welche politischen, so­zialen und oder ethnisch-nationalen Spannungen entstehen im Aufeinandertreffen unter­schiedlicher Wissensbestände?

 

4. Sprache, Wissen und Ressourcen

Welche Rolle spielen Wissenschafts- und Alltagssprachen im Umgang mit Ressourcen? In welcher Weise prägten die vielfachen sprachlichen, ethnischen und sozialen Über­lagerungen in Ostmitteleuropa die wissenschaftliche Erkundung und Erschließung von Ressourcen? Welche Modi des Austauschs von Methoden und Arbeitsergebnissen las­sen sich über Sprachgrenzen hinweg erkennen? Welche Beziehungen zeigen sich zwi­schen hegemonialen Wissenschaftssprachen und Nationalsprachen? Welche Transfer- und Übersetzungsprozesse prägen den Wissensaustausch zwischen Sprachen? Welche Rolle spielen Begriffe, Symbole und Zeichensysteme (Kartographie, Formeln usw.) im Wissensaustausch?

Der Schwerpunkt der Konferenz soll auf Ostmitteleuropa in der Zeit zwischen dem ausge­henden 18. Jahrhundert und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs liegen. Referate zu an­grenzenden Regionen (Skandinavien, Balkan etc.), Vergleiche zwischen ostmitteleuro­päischen Fallbeispielen und anderen Räumen sowie methodisch innovative Projekte zu anderen Epochen sind ebenso willkommen.

Eingeladen werden ca. 16-18 Teilnehmer/innen. Die Bewerbungen sollen einen Titel und eine Skizze des Referats (maximal 3000 Zeichen), eine Kurzinformation zur Person sowie die Adresse des Referenten umfassen. Die eingereichten Abstracts der eingeladenen Teil­nehmer/innen werden vorab als Reader allen Teilnehmenden zugeschickt. Konferenzspra­chen sind Deutsch und Englisch.

Einsendeschluss ist der 30. November 2012. Die Bewerber werden bis Mitte Dezember über die Auswahl informiert. Die Kosten für Anreise und Übernachtung werden von den Veran­staltern übernommen.
 
Bewerbungen senden Sie bitte in elektronischer Form (möglichst als Word-Dokument) an:
Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung –
Institut der Leibniz-Gemeinschaft
Wissenschaftsforum
Gisonenweg 5-7
D-35037 Marburg
Email: forum(at)herder-institut.de

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