Korrespondierende Wissenschaft: Die Historiker der „Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen“ 1891–1945
Projektzeitraum: Oktober 2019 – Juni 2021
Förderung: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
Projektbearbeitung: René Küpper
Im Rahmen des Kompetenzverbundes Historische Wissenschaften München betreiben das Collegium Carolinum, die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und die Monumenta Germaniae Historica das Kooperationsprojekt „Korrespondierende Wissenschaft“. Ausgewählte Teile der Gelehrtenkorrespondenz aus der (Vor-)Geschichte der beteiligten Institute werden auf einer gemeinsamen digitalen Plattform ediert.
Das Teilprojekt am Collegium Carolinum behandelt die „Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen“. Diese wurde 1891 als deutsches Pendant zur ein Jahr zuvor errichteten tschechischen „Böhmischen Kaiser-Franz-Joseph-Akademie der Wissenschaften und Künste“ von deutschen Akademikern in Prag gegründet. Die Transformationen in „Deutsche Gesellschaft der Wissenschaften und Künste für die Tschechoslowakei“ (1924) sowie „Deutsche Akademie der Wissenschaften in Prag“ (1941) spiegeln die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts und die Anpassung an verschiedene Staatssysteme wider. Ehemalige Mitglieder der „Deutschen Akademie“ prägten in der Nachkriegszeit die frühe Geschichte der „Historischen Kommission der Sudetenländer“ wie des Collegium Carolinum. Wie staatsnah oder staatsfern agierten die Historiker der Gesellschaft, darunter die Prager Professoren Hans Hirsch, Theodor Mayer, Josef Pfitzner, Samuel Steinherz und Wilhelm Wostry, im Spannungsfeld zwischen Aktivismus und Irredentismus in der Tschechoslowakischen Republik? Wie unter nationalsozialistischer Herrschaft? Welche Beziehungen verbanden sie mit tschechischen, österreichischen und deutschen Kollegen? Wie wandelten sich Gelehrtenkommunikation und Wissensproduktion unter wechselnden politischen Vorzeichen?
Die wissenschaftlichen und politischen Beziehungen der Gelehrten werden einer historischen Netzwerkanalyse unterzogen. So verbindet das Projekt digitale Korrespondenzedition mit historischer Netzwerkforschung und verspricht spannende Einblicke in das Verhältnis von Wissenschaft und Politik.
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